Die Pfarrkirche Maria Rast

Das Gotteshaus Unserer Frau zu Ernsthofen wird zum ersten Mal im Jahr 1377 genannt. Über die älteste Geschichte der Kirche, zu der wahrscheinlich seit dem Mittelalter Wallfahrer kamen, ist nichts bekannt. Als große Gefahr für Ort und Kirche, am Ennsfluß erwiesen sich später die Ungarn und kurz darauf die Türken. Die Bewohner von Ernsthofen bekamen die strategisch günstige Lage des Ortes in Kriegszeiten stets unangenehm zu spüren.

In den Kirchenrechnungen scheint das am Ennsufer gelegene Gotteshaus erstmals im 17. Jahrhundert auf. Aufgrund dieser Aufzeichnungen nimmt man an, daß es sich bei dieser um einen neugestalteten Bau des 15. oder beginnenden 16. Jahrhunderts gehandelt hat, da um diese Zeit sehr viele Kirchen, die unter der Verwaltung Erlas standen, erneuert wurden.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann die Enns ihren Lauf zu ändern. Beinahe jedes Jahr kam es zweimal zu Überschwemmungen, die die am Fluß gelegene Siedlung samt Kirche gefährdeten. Zunächst versuchte man, dem Wasser durch die Errichtung von Dämmen Herr zu werden. In den Kirchenrechnungen werden noch im Jahr 1651/1652 Ausgaben für umfangreiche Reparaturen des Gotteshauses verzeichnet. 1662 wurde die Kirche abgetragen. Die Ernsthofner Pfarrkirche unterstand zu dieser Zeit der Pfarre St. Valentin und der Verwaltung Erlas.

1665/66 wurden die ersten Tagwerker entlohnt, die die Grundfeste für die neue Kirche an ihrem heutigen Standort aushoben. Der Auftrag dafür kam vom Bischof Wenzeslaus von Passau, der Pfarrer Tobias Piller mit dem Neubau beauftragte. Da alle brauchbaren Stücke der alten Kirche wiederverwendet werden sollten, ist der Grundriß der Gotteshäuser annähernd gleichgeblieben.

Die heutige Kirche wurde 1686 fertiggestellt und 1687 durch Johannes Maximus, den Weihbischof von Passau, eingeweiht. Der Hochaltar wurde wie bei der alten Kirche Maria auf der Flucht nach Ägypten geweiht, die Seitenaltäre den Heiligen Georg und Vitus. Mit der "Übertragung" der Kirche an einen höher gelegenen Ort erfolgte auch die Auflassung des alten Friedhofes. Der neue Gottesacker bei der Kirche wurde 1687 angelegt.

1775 bekam Ernsthofen auf Drängen der Bevölkerung, die sich in der Seelsorge vernachlässigt sah, einen eigenen Vikar. Bis dahin hatte ein Pfarrer von St. Valentin Ernsthofen lediglich mitbetreut.
1781 wurde das Pfarrhaus errichtet. Im Jahr 1871 bekam unsere Kirche eine neue Orgel. Die alte wurde der Filialkirche Kanning überlassen. Dadurch ist uns das einzige Orgelwerk erhalten geblieben, von dem man mit Sicherheit weiß, daß es von Nikolaus Rummel stammt.
Eine umfassende Renovierung erfolgte während der Jahre 1890 -1894. Eine 1914 geplante Vergrößerung des Gotteshauses, für die bereits Pläne be- standen hatten, wurde nie durchgeführt.
1914 mußten alle Glocken mit Ausnahme der Georgsglocke für die Schaffung von Kriegsmaterial abgegeben werden.
Selbständige Pfarre wurde Ernsthofen am 1. Oktober 1939. Im Jahr 1942 mußten wiederum die Glocken in der Glockengießerei in St. Florian abgegeben werden, wo sie jedoch 5 Jahre später wieder für Ernsthofen gegossen wurden ( 4 Stück).
Die neue Sakristei wurde 1938 errichtet, die Leichenhalle 1949.
Unsere Kirche ist 22m lang, 5-8m breit und 7-7,5m hoch.
Pfarrer von Ernsthofen: Johann Handl (bis 1938), Dechant Josef Hiebl 1938 - 1972, Ehrendechant Johann Päuerl 1972 - 1995, Prälat Rudolf Gilbert Vogt seit 1995.